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Heaven (zu tristan) – Fritz Katers Eröffnungsstück betrauert den Verlust der Utopie

Kein Spatz in der Hand

von Esther Slevogt

4. Mai 2008. Am Anfang läuft der Film rückwärts. Die gesprengten Plattenbauten stehen aus den Ruinen, zu denen sie längst geworden sind, wieder auf: große, unwirtliche Klötze, die sich aus dem Nichts plötzlich zurück in den Himmel heben, dessen Wolken wie schattige Phantome über einen großen weißen Klotz in der Mitte der Bühne ziehen. Dieser ist nicht nur Projektionsfläche für Videofilme, sondern auch wandelbare Spielfläche. Mal Mauer, von der sich die depressive Simone in selbstmörderischer Absicht in eine Altglas-Halde stürzt, mal Berg, den ein alterndes Ehepaar in der Hoffnung erklimmt, wenigstens hier noch einmal so etwas wie eine Aussicht zu haben. Denn dem Personal von Fritz Katers Stück "Heaven (zu tristan)", dessen Inszenierung durch das Kater-Alter-Ego Armin Petras die 33. Mülheimer Theatertage und das Rennen um den Mülheimer Dramatikerpreis eröffnet hat, ist die Perspektive gründlich abhanden gekommen.

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