publikumsgespräche

Wir berichten von den Publikumsgesprächen zu allen Wettbewerbs-Premieren.

   

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Publikumsgespräch zu Schirin Khodadadians Inszenierung von Theresia Walsers "Morgen in Katar"

Unsichtbare Seelenverknorzungen

von Wolfgang Behrens

23. Mai 2008. Der Ruf der Mülheimer Publikumsgespräche ist weit über das "Stücke"-Festival hinausgedrungen: Hier würden die Zuschauer, so heißt es bis in die Bundeshauptstadt, fachverständig, widerspruchsfreudig und ungemein heftig mit den Autoren und Regisseuren diskutieren. Heute ist das anders: Beim Gespräch zu Theresia Walsers "Morgen in Katar" im Ringlokschuppen erhebt sich vorm Publikum ein hoher, schwarzer Querriegel, hinter dem die Podiumsteilnehmer sitzen, als gelte es Verlautbarungen des Zentralkomitees Chinas zu kommunizieren. Dagegen hat selbst der einladende Charme des Moderators Gerhard Jörder keine Chance: Das Publikum wirkt wie paralysiert.

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Publikumsgespräch zu Kristo Šagors Inszenierung von Philipp Löhles "Genannt Gospodin"

Konsequente Indifferenz

von Dorothea Marcus

21. Mai 2008. Philipp Löhle trägt ein T-Shirt, auf dem "Rally of Love" steht. Das ist zwar ein Album der finnischen Band 22 Pistepirkko, passt aber irgendwie auch zu ihm. Denn der (seit Mai) ehemalige Regieassistent des Theaters Baden-Baden stieg im Verlauf der letzten zwei Jahre zum Hoffnungsträger neuer deutscher Dramatik auf, was wohl auch daran liegt, dass er in seinen Stücken die Konzepte der 68er befragt. Mehr als mit der freien Liebe beschäftigt er sich darin jedoch mit der Weltverbesserung.

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Publikumsgespräch zu Felicitas Bruckers Inszenierung von Ewald Palmetshofers "hamlet ist tot. keine schwerkraft"

Ideologie ist futsch

von Jan Oberländer

16. Mai 2008. Dramatiker, die zum ersten Mal zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen sind, werden bei den Publikumsgesprächen traditionell "ein bisschen ausführlicher" vorgestellt. Das ist Gerhard Jörders Regel, und diese Regel wird auch auf Ewald Palmetshofer angewendet. Der 1978 geborene Autor sei, so der Moderator im Foyer des Theaters an der Ruhr, "theaterfern" in Oberösterreich aufgewachsen, dann aber doch zu einem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik, später der Philosophie und Theologie gekommen. Seine Abschlussarbeit hat er noch nicht beendet, dafür ist sein Stück "hamlet ist tot. keine schwerkraft" für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert.

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Publikumsgespräch zu Marcus Lobbes' Inszenierung von Felicia Zellers "Kaspar Häuser Meer"

"Genau so ist es!"

von Simone Kaempf

13. Mai 2008. Die Publikumsgespräche bei den Mülheimer Theatertagen dürfen gerne auch Werkstattgespräche sein – das ist nicht nur ein heimlicher Wunsch, sondern auch ein erklärtes Ziel von Moderator Gerhard Jörder. Dass sich nach der Vorstellung von "Kaspar Häuser Meer" genau so ein Gespräch entwickeln würde, deutete sich bereits im Schlussapplaus an: äußerst wohlwollend, das Einverständnis einhellig, dennoch spürbare Neugierde auf die Autorin und ihr Stück, das als Auftragswerk für das Theater Freiburg zum Thema Kindesmisshandlung entstand.

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Publikumsgespräch zu Werner Düggelins Inszenierung von Laura de Wecks "Lieblingsmenschen"

Mir geht's ums Herz

von Anne Peter

11. Mai 2008. Laura de Weck bekommt die legendäre Diskussionsfreude des größtenteils überdurchschnittlich informierten Mülheimer Publikums bei der Podiumsdiskussion zu ihren "Lieblingsmenschen" recht deutlich zu spüren. Erstmal fängt es jedoch freundlich biografisch an. Moderator Gerhard Jörder führt sie als "Jungautorin", Schauspielerin am Jungen Schauspielhaus Hamburg, Tochter des ehemaligen Zeit-Chefredakteurs Roger de Weck ein, fragt nach Schauspielschule, ersten Schreibversuchen und stellt ihr vielfach nachgespieltes Debütstück als "echten Renner" vor.

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Publikumsgespräch zu René Polleschs Inszenierung von "Liebe ist kälter als das Kapital"

Die Regeln der Anderen

von Christian Rakow

7. Mai 2008. Das war ein Publikumsgespräch, wie es nicht alle Tage vorkommt: Die Protagonisten, angriffslustig (mit grauer Löwenmähne: Moderator Gerhard Jörder) und fabulierfreudig (das schwarze Hemd bis zur Brust geöffnet: Autor René Pollesch), attackieren sich hartnäckig, doch mit Fairplay (Jörder: "Ich will verstehen, was das mit der RAF zu tun hat"), und frotzeln (Pollesch: "Strengen Sie sich doch mal an, Herr Jörder"). Die Luft ist gesättigt von Lachern, Anekdoten und Bonmots (Pollesch: "Ich bin nicht Madonna, ich muss mich nicht andauernd neu erfinden"). Kurz: Es ist die würdige Verlängerung des Theaterabends, der gerade, unter heftigem Zuspruch des jüngeren Teils der NRW-Theaterszene, über die Bühne der Mülheimer Stadthalle ging.

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Publikumsgespräch zu Armin Petras' Inszenierung von Fritz Katers "Heaven (zu tristan)"

Aufgepfropft und draufgepappt?

von Anne Peter

4. Mai 2008. Gerhard Jörder beginnt mit einer einladenden Geste. Da der Saal im ersten Stock der Stadthalle nach der gut dreistündigen Eröffnungs-Inszenierung zur Publikumsdiskussion nicht allzu prall gefüllt ist, bittet der Moderator, an die vorderen Tische heranzurücken. Und bemüht sich damit von vornherein, den Abstand zwischen Publikum und Podium, auf dem mit ihm alle sieben Schauspieler, die Dramaturgin und der Regisseur sitzen, so weit wie möglich zu minimieren.

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