nachtkritiken – KinderStücke '08

Zu allen Kinderstücken können Sie hier spätestens ab neun Uhr vormittags aktuelle Kritiken lesen, am Wochenende ab zehn Uhr.

   

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Fisch aus der Dose – Zum Abschluss der "KinderStücke" bringen "Die Blindfische" mit ihren fröhlich zweckfreien Mitmach-Songs ein Zelt voller Kinder zum Klatschen

School of Rock

von Wolfgang Behrens

20. Mai 2008. "Du musst dein Leben ändern." Der Imperativ, der Rainer Maria Rilke zufolge von einem gelungenen Kunstwerk ausstrahlt, hat sich – genau hundert Jahre nach der Entstehung seines Gedichts "Archaischer Torso Apollos" – deutlich abgeschwächt. Kunstreligiöse Anwandlungen werden heute eher skeptisch beurteilt, der große Appell ist aus den Hervorbringungen des Theaters, der Musik, der Bildenden Kunst fast gänzlich verschwunden.

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An der Arche um Acht – Andrea Kramer stellt in ihrer Inszenierung von Ulrich Hubs Kinderstück die wirklich großen Fragen nach Gott, Moral und Käsekuchen

Sintflut? Kommt nicht wieder vor!

von Dorothea Marcus

19. Mai 2008. Wenn drei Pinguine aufeinander treffen, kann es schon mal zu einer Schlägerei kommen. Ist schließlich ziemlich öde an der Arktis, und irgendwie stinkt immer jemand nach Fisch. Die drei Schauspieler in felligen Pinguinkostümen springen sich an und werfen sich um, aus purer Langeweile, manchmal singen und tanzen sie auch.

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Hexen hexen immer – Maria Neumann und Gerd Posny veranstalten mit Kindern der Karl-Ziegler-Schule ein Spektakel mit Hunden, Mäusen, Elfen und Kuchen

Sehnsüchte im Sternenrittergewand

von Nikolaus Merck

17. Mai 2008. Samstagnachmittag: Auf, auf zum Wasserbahnhof. Schöner beziehungsreicher Name für den Wasserort. Werden wir noch brauchen den Wasserbahnhof, wenn es nicht bald aufhört zu nieseln und zu regnen. Im wunderschönen Monat Mai, als es uns klamm ward an der Ruhr. Juchhee!

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Ein Wort ist ein Wort – Martina van Boxens Inszenierung ist zu ambitioniert, um Spaß zu machen

Mitspiel nicht erwünscht

von Esther Boldt

16. Mai 2008. Draußen scheint die Sonne, im Zelt ist es heiß – und trotzdem finden die Kinder es super. Geschwind krabbeln sie auf die Bänke oder setzen sich gleich auf den Boden. Wie schon der Titel besagt, geht es in Michael Ramløses Stück "Ein Wort ist ein Wort" um die Sprache. Auf der Bühne sitzt ein Mann in Latzhosen (Matthias Alber) zwischen Stapeln von Holzkisten und langweilt sich. Er versucht, sich mit Zaubertricks die Zeit zu vertreiben, aber das Taschentuch will einfach nicht in seiner geschlossenen Faust verschwinden. Zu ihm gesellt sich eine energische Frau im roten Kleid hinzu (Elke Cybulski), die es auch gern lustiger hätte. Dann bekommt sie eine Idee: Sie könnten einen Laden eröffnen, in dem Wörter verkauft werden.

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Der Sprachabschneider – Lars Reichow inszeniert den Kinderbuchklassiker von Hans Joachim Schädlich

Zungenbrecher und Zylinder

von Regine Müller

15. Mai 2008. Früher war das mit dem Kindertheater so ähnlich wie mit dem Kinderteller im Restaurant: geringes Risiko im Angebot (Pommes!), garantierte Zufriedenheit und rasche Sättigung. Man bevorzugte also Märchenstoffe oder schlichte Lehrstücke und schickte gutmütige und/oder böse Tiere sowie erklärende Zauberonkels auf die Bühne, um zu unterweisen und zugleich ein nachwachsendes Theaterpublikum anzufixen. Diese Zeiten scheinen vielerorts vorbei zu sein. Die Inhalte des aktuellen, nicht an problemloser Abfütterung interessierten Kindertheaters wollen heutig sein, das junge Publikum ernst nehmen und Anspruch zeigen.

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Ein Schaf fürs Leben – Rob Vriens macht die Tierfabel zum Psychogramm eines Triebtäters

Die mit dem Wolf tanzt

von Christian Rakow

14. Mai 2008. Im Kindertheater tut sich etwas. Durchsichtige Plots, mit breitem Grinsen und in bunten Verkleidungen vorgetragen, sind in den bemerkenswerteren Arbeiten dieses Genres anscheinend passé. Man setzt auf Brüche, perspektivierte Erzählungen, offene Schlüsse – und kauft sich damit auch Risiken ein: Spätestens mit den vehementen Diskussionen über Frank Castorfs "Emil und die Detektive" im Forum auf nachtkritik.de ist deutlich geworden, dass es Erwachsenen bisweilen die Schuhe auszieht, was da auf den Bühnen als kindgemäß verkauft wird.

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