feuilleton

Wir berichten, porträtieren, debattieren, kommentieren rund ums Festival.

9. Juni 2008. Am 8. Juni war es soweit: Dea Loher wurde für ihr Stück "Das letzte Feuer" der Mülheimer Dramatikerpreises 2008 verliehen. Dabei hielt Ulrich Khuon, Intendant des Thalia Theaters Hamburg, der die Dramatikerin seit vielen Jahren spielt, fördert und beauftragt, die Laudatio. Außerdem lasen die Schauspieler Hans Löw und Katharina Matz, die beide an der Inszenierung des Siegerstückes durch Andreas Kriegenburg beteiligt sind, Prosatexte von Dea Loher. Der Publikumspreis erhielt Felicia Zeller ihr Highspeed-Drama "Kaspar Häuser Meer". Warum der bürosatirische Wortschwalltext nicht realistisch, sondern von "realistischer Künstlichkeit" ist, davon sprach Hartmut Krug in seiner Laudatio. Für ihn macht Zeller mit diesem Text über drei heillos überforderte Sozialarbeiterinnen "einen weiteren Schritt zu einer sehr eigenartigen und eigenen Theaterform" – dafür, dass es dies erkannt hat, lobt er auch das Mülheimer Publikum.

28. Mai 2008. "Fast schon gespenstisch" findet eine Kritikerin die Einmütigkeit der Jury-Entscheidung für Dea Lohers "Das letzte Feuer". Die meisten Berichterstatter sind mit ihr sehr einverstanden, einige finden aber, dass die Mülheimer Theatertage schon deutlich stärkere Stücke-Jahrgänge erlebt haben.

25. Mai 2008.
Gerade hatte man sie in der Abschlussdebatte doch noch einmal alle eng miteinander bekannt gemacht und gar Tendenzen in ihrer Mitte ausgemacht hat, und jetzt sollen sie sich schon wieder trennen? Wie sich die "Stücke ’08" voneinander verabschieden – die letzten Sätze der eingeladenen Dramen im Abschlussdialog.

25. Mai 2008. Die Gewinnerin des Mülheimer Dramatikerpreises 2008 heißt Dea Loher! Die fünf Jury-Mitglieder haben sich einstimmig für die Dramatikerin und ihr Stück "Das letzte Feuer" entschieden. Der Publikumspreis hingegen ging an Felicia Zeller. Dirk Pilz hat die Juroren bei der öffentlichen Abschlussdebatte von Lohers "Meisterschaft" schwärmen hören.

24. Mai 2008.
"Da gibt's keine Kriterien." – Wo ein Preis ist, ist auch eine Jury. Und die spielt keine ganz unwichtige Rolle im Machtgefüge des Theaterbetriebes. Die Juroren Peter Michalzik und Oliver Bukowski, die heute Abend mit drei anderen über die Vergabe des Mülheimer Dramatikerpreises entscheiden werden, sagen uns in zwei Interviews schon mal, was sie über den Stellenwert des Mülheimer Festivals und die Jury-Arbeit denken.

24. Mai 2008. Es ist so weit! Nach der Aufführung von Dea Lohers "Das letzte Feuer" und dem anschließenden Publikumsgespräch wird die fünfköpfige Jury bis in die späte Nacht hinein über das Mülheimer Siegerstück diskutieren. Das können Sie auf der "Stücke"-Seite per Live-Streaming mitverfolgen und hier bei uns live kommentieren. Außerdem können Sie nachlesen, wie die Leser-Kommentare auf nachtkritik.de ausfielen, als dort die Mülheim-Auswahl vermeldet wurde, was z.B. nach User-Meinung im Mülheimer Wettbewerb fehlt. Und hier lesen Sie noch einmal, wie die Leser von nachtkritik.de und unsere Korrespondentin Dorothea Marcus die Abschlussdebatte im letzten Jahr begleiteten.

24. Mai 2008. Im Publikumsgespräch zu "Morgen in Katar" waren mindestens "Haarrisse" (Gerhard Jörder) zwischen Theresia Walser und dem Produktionsteam um Schirin Khodadadian zu bemerken. Auch Wolfgang Behrens, der zugegen war, konnte die Walser'schen "Seelenverknorzungen" in der Inszenierung nicht zu erkennen.

23. Mai 2008. Der ideale Zuschauer, wie könnte der wohl aussehen? Wir glauben, ihn in Mülheim gesichtet zu haben. Dorothea Marcus porträtiert Christa und Bernhard Fluck, zwei passionierte Theatergänger, die nicht wenig zur Lebendigkeit der Mülheimer Publikumsgespräche beitragen.

23. Mai 2008. Theresia Walser gastiert mit "Morgen in Katar" in Mülheim. Vor drei Tagen hat sie sich auf nachtkritik.de schon mal in die heftige Debatte um das Impulsreferat eingeschaltet, mit dem Joachim Lux zur Eröffnung des Theatertreffen-Stückemarkts die Position zeitgenössischer Dramatik bestimmt hat. Dabei wirft Theresia Walser ihm vor, dass er ihr "Blödsinn" in den Mund gelegt und sie zu Unrecht zur Kronzeugin seiner Argumentation in Sachen Werktreue gemacht habe. Auch Michael Börgerding, Leiter der Theaterakademie Hamburg, und der Dramatiker Martin Baucks haben sich dort schon zu Wort gemeldet.

22. Mai 2008. Warum Konsequenz zwangsläufig in die Lächerlichkeit führt und Weltverbesserung halbgar bleiben muss. Diese und ähnliche Fragen wurden beim Publikumsgespräch zu Philipp Löhles "Genannt Gospodin" verhandelt. Dorothea Marcus war zugegen.

19. Mai 2008. Im letzten Jahr waren seine "Schwarzen Jungfrauen" in Mülheim zu Gast. Jetzt las Feridun Zaimoglu im Theater an der Ruhr aus seinem neuen Roman "Liebesbrand". Wolfgang Behrens beobachtete, wie Worte und Hände ins Tanzen gerieten.

17. Mai 2008. Die Leerstellen, die Ewald Palmetshofer in "hamlet ist tot. keine schwerkraft" umkreist, wurden im Publikumsgespräch, wohl aus Rücksicht auf allgemeine Nachvollziehbarkeit, eher umschifft. Viel war hingegen von der außergewöhnlichen Sprache des Mülheim-Debütanten die Rede. Jan Oberländer hörte zu.

14. Mai 2008. "Genau so ist es!" Felicia Zellers Stück über Kindesverwahrlosung und überforderte Jugendamtsmitarbeiterinnen trifft nicht nur bei den Sozialarbeitern unter den Zuschauern einen Nerv. Das zeigt sich im Publikumsgespräch zu "Kaspar Häuser Meer", bei dem Simone Kaempf zugegen war.

14. Mai 2008. Seit letztem Jahr haben die "Kinderstücke" einen festen Platz im Rahmenprogramm des "Stücke"-Festivals. Zum Start der Juniorsektion im Zelt am Wasserbahnhof stellt Esther Boldt sie als erfolgreiches Beispiel ästhetischer Nachwuchsförderung vor.

12. Mai 2008.
Laura de Weck will Herz und Wahrheit. Das stellte die Dramatikerin gegen alle Kritik bei der Publikumsdiskussion zu ihren "Lieblingsmenschen" klar, die sich Anne Peter angehört hat.

12. Mai 2008. Gibt es wirklich einen Generationenkampf? Oder ist damit in Wirklichkeit ein Verteilungskampf gemeint? Drei Tage lang wurde auf dem Festival-Symposium über das Verhältnis von Jung und Altdiskutiert. Esther Boldt berichtet von der Eröffnung, lässt sich zwischendrin vom Symposiumsthema zu Betrachtungen über die brüchige Stadt Mülheim inspirieren – und fasst in einem Abschlusstext die Positionen zusammen.

12. Mai 2008. Nachtkritik.de meldet: Der auch für den Mülheimer Dramatikerpreis nominierte Philipp Löhle, dessen "Genannt Gospodin" nächste Woche an der Ruhr zu sehen sein wird, teilt sich für sein Stück "Lilly Link oder Schwere Zeiten für die Rev..." den Autorenpreis des 25. Heidelberger Stückemarkts mit der georgischen Dramatikerin Nino Haratischwili.

11. Mai 2008. Unter dem Einfluss des Generationen-Symposiums blickt Esther Boldt durch das Straßenbahnfenster auf das von Brüchen und Aufbrüchen geprägte Mülheim.

11. Mai 2008. Nach einer Woche Festival wird im Theater an der Ruhr „Das Fest“ gefeiert – und wie! Jan Oberländer hat Theater geguckt, Musik gehört und sich ein bisschen verzaubern lassen.

10. Mai 2008.
Im Theater an der Ruhr hat das "Stücke"-Symposium "Im Treibhaus der Generationen" begonnen. Esther Boldt berichtet von einem Eröffnungsgespräch, das den Verlust eines Generationenprojekts konstatiert, sich selbst aber ebenfalls mit politschen Visionen zurückhält.

8. Mai 2008. Die zweite Publikumsdiskussion zum René Pollesch-Gastspiel war ein Gespräch, wie es wahrlich nicht alle Tage vorkommt. Wie dort leidenschaftlich fabuliert und gefrotzelt wurde, berichtet Christian Rakow. Wir haben auch vom Publikumsgespräch zu Fritz Katers "Heaven (zu tristan)" berichtet und den Moderator Gerhard Jörder porträtiert.

8. Mai 2008. Ein Impuls aus Berlin: Joachim Lux eröffnete mit einer inspirierenden Impulsrede den Stückemarkt des Theatertreffens. Überall findet Arbeit am Wirklichen und an der Rückgewinnung des Dramatischen statt, glaubt Lux, wenn auch unter veränderten Bedingungen. Der Autor komme wieder ins Spiel, aber seine Begrifflichkeit und Funktion haben sich zum Teil gewaltig verändert. Wie Lux die Position zeitgenössischer Dramatik bestimmt, kann man – ebenso wie die sich unter den Lesern entspinnende Kontroverse – auf nachtkritik.de nachlesen.

7. Mai 2008. Anlässlich des Gastspiels von René Polleschs "Liebe ist kälter als das Kapital" spricht die Schauspielerin Katja Bürkle über die Arbeit mit dem "Autor in progress"

6. Mai 2008. Glänzende Neuwagen, gepiercte Jugendliche, Rauchen in der Öffentlichkeit – Morten Kansteiner unternimmt einen neugierigen Textspaziergang durch Weimar, Wolfen und die "Theaterstadt Mülheim".

5. Mai 2008. Die Publikumsgespräche gehören zu den Theatertagen wie die Ruhr zu Mülheim. Das erste fand unter der bewährten Leitung von Gerhard Jörder zu Armin Petras' Inszenierung von Fritz Katers "Heaven (zu tristan)" statt. Anne Peter berichtet von einer Mehrschicht-Diskussion.

5. Mai 2008. Die Eröffnung der "Stücke '08" übernahmen die Theater-Dokumentaristen von Rimini Protokoll, deren Produktion "Das Kapital" im letzten Jahr sowohl den Dramatiker- als auch den Publikumspreis abräumte. Im Foyer der Stadthalle ließen sie einen echten und einen falschen Hochstapler sich gegenseitig beglaubigen. Morten Kansteiner beschreibt, wie es ist, wenn Theater plötzlich wirklicher wirkt als die wirkliche Welt.

4. Mai 2008. Gerhard Jörder moderiert die Podiumsdiskussionen nach den Vorstellungen mittlerweile im sechsten Jahr. Petra Kohse porträtiert den vielleicht einflussreichsten Mann im deutschsprachigen Theaterjournalismus.

4. Mai 2008. Erwischt! Man stelle sich vor: Bereits in der Nacht vor der Eröffnung treffen sich die eingeladenen Stücke im Foyer der Mülheimer Stadthalle und tauschen aufgeregt ihre ersten Sätze aus. Wir belauschen ihren Dialog.

1. Mai 2008. Über die Vergabe des Dramatikerpreises an Rimini Protokoll wurde heftig debattiert – nicht zuletzt auf nachtkritik.de: Der Dramatiker Oliver Bukowski, der diesmal der Preisjury angehört, dachte für uns damals schon über "jury-art" nach und entwarf eine Dramatiker-Typologie, Michael Börgerding ging's wissenschaftlich an und forderte damit Nachfragen und Widerspruch der Leser heraus.